Warum ist es so wichtig, daß wir das, was für andere gut sein soll, selbst vorleben, anstatt nur darüber zu schreiben oder zu sprechen ?

 

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In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, wie es einem geht, wenn man umdenkt und das Ganze so weit es geht im Alltag (vor)leben möchte. Ich beschreibe anhand eines konkreten Beispiels, wie schwer es oft ist, das als besser Erkannte auch tatsächlich zu leben, vor allem in Bezug auf die lieben Mitmenschen.

Wenn man genauer hinschaut, erkennt man, daß bei uns in der Gesellschaft vieles schief läuft. Was spricht also dagegen, wenn man sich überlegt, woran das liegen und wie man den erkannten Mißständen aktiv begegnen kann - also mit welchen seiner Gewohnheiten u. Verhaltensweisen trägt man möglicherweise selbst zu dem jeweiligen Mißstand bei und was kann man konkret ändern, um das erkannte Problem zu lösen. 

Dieses kritische Hinterfragen fängt an bei der Wahl des Arbeitgebers und beim Einkaufen (Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, naturfreundliche Unternehmen, gebraucht statt neu, ...), geht weiter über unsere Rechte als Bürger (Stichwort: direkte Demokratie) bis hin zu Überlegungen, wie man die Erziehung und die Ausbildung entsprechend ausrichten kann, um die Probleme schon im Vorfeld zu vermeiden. Dieses Hinterfragen der eigenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen ist natürlich häufig unbequem und erfordert viel Mut und Tatkraft.

Wie sich das konkret im Alltag darstellt, möchte ich nun am Beispiel unseres Kleinen erklären. Es geht um das kritische Hinterfragen der aktuellen Erziehungsmethoden und dem konsequenten Umsetzen einer geeigneten Alternative. 

Eine wesentliche Ursache für viele Probleme, die wir als Einzelner und auch als Gesellschaft haben ist, daß viele nicht auf ihr eigenes Gefühl hören, sondern den Erwartungen der anderen gerecht werden wollen. Das wird uns schon von Kindesbeinen anerzogen. Die Eltern loben uns, wenn wir alles richtig gemacht haben und im Kindergarten gibt es Lob, wenn sich der Kleine gut in die Gruppe einfügt und wenig Probleme macht. In der Schule gibt es das Lob in Form von guten Noten, die Kritik äußert sich in den schlechten Noten. Wer Einser und Zweier hat, entspricht bestmöglich den Erwartungen der Schullehrer. Im späteren Berufsleben ist das Zuckerli dann die Gehaltserhöhung bzw. der heiß ersehnte Posten.

Dadurch verinnerlichen Menschen im Laufe der Zeit, daß sie die Erwartungen der jeweiligen Autoritätspersonen (Eltern, Erzieherin, Lehrkräfte, Vorgesetzte, ...), erfüllen müssen, um Anerkennung zu erhalten. Im Ergebnis reagiert so ein Mensch dann auf das, was andere von ihm erwarten und nicht mehr auf sein inneres Gefühl. Das aber würde ihm am deutlichsten zeigen, was für ihn wirklich gut ist.

Auf jeden Fall erzieht man so Menschen, die später in den Industriebetrieben, beim Staat und bei den Banken funktionieren, aber ausserhalb vom Arbeitsleben zeigen diese Menschen dann in vielen Fällen, daß die Erziehung auf der Basis von Lob und Kritik auch nicht der Stein des Weisen ist. Das zeigt die Tatsache, daß viele Menschen trotz guter Noten, hohen Gehältern und einflussreichen Posten alles andere als glücklich sind. Sie opfern ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung für ein höheres Einkommen und für Prestige. Sie vergleichen sich mit anderen und richten ihr Leben nach den erkannten Unterschieden aus. Nicht selten kaufen sie auf diesem Wege Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen, mit Geld, das sie nicht wirklich haben. Ja häufig ist es sogar so, daß diese Menschen sich in ihrem Streben, den Erwartungen der anderen gerecht zu werden, regelrecht überschulden. Viele Millionen völlig überschuldete Privatpersonen und Privathaushalte demonstrieren die Wirkung des eben beschriebenen Verhaltens. Laut einer Hochrechnung von Statista.com waren im Jahr 2012 rund 6,59 Millionen Privatpersonen über 18 Jahre in Deutschland überschuldet. Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland wird derzeit auf über drei Millionen geschätzt. 

Natürlich wirkt diese Lob-Kritik-Erziehung nicht bei jedem gleich. Es kommt sehr auf den grundsätzlichen Menschentyp und auch die jeweilige Umgebung an. Besonders tief wirkt diese Lob-Kritik-Erziehung bei Menschen, die die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft brauchen und gleich als erstes fragen: "Was wird von mir erwartet ?" Dieser Menschentyp, der unbedingt feste Regeln und klare Strukturen braucht, damit er sich orientieren kann, wird in dem weltweit angewandten Myers-Briggs-Typenindikator übrigens mit SJ charakterisiert. 

Wenn jetzt noch die Gemeinschaft, zu der sich der betreffende Menschentyp zugehörig fühlt (die Umgebung), völlig über seine Verhältnisse lebt, dann passiert genau das, was ich vorher beschrieben habe.

Viele Millionen Menschen, haben weit über ihre Verhältnisse gelebt, sie haben riesige Schulden aufgehäuft.

Ich weiß, daß man bei uns in Deutschland, bei entsprechender Lebensführung, auch mit wenig Geld gut leben kann, wenn man sich auf sein inneres Gefühl verlässt und nicht nach den Erwartungen der anderen ausrichtet, beispielsweise indem man Dinge kauft, die man sich nicht leisten kann, nur damit man von den anderen gut angesehen wird und dazugehört.

Durch die Erziehung mit Lob und Kritik bleibt das Individuelle, das Eigentliche im Menschen auf der Strecke. Wie soll man seine Fähigkeiten, Neigungen, seine Kreativität (Phantasie) und seine Gefühle bestmöglich ausleben, wenn man sein Tun nicht auf sein innerstes Gefühl, sondern auf die Erwartungen anderer ausrichtet. Wie soll man Sinn, Freude und Wohlgefühle aus seiner selbstgewählten, zum eigenen Wesen bestens passenden Tätigkeit (Aufgabe) schöpfen, wenn andere die Tätigkeiten (Aufgaben) vorgeben ? Echten Sinn, wirkliche Begeisterung und innere Erfüllung können wir nur finden, wenn wir das tun, was wir wirklich vom Innersten her wollen und eben nicht das, was wir der Erwartung anderer gemäß tun sollen. Genau das aber wird uns in den Schulen eingetrichtert. Nur wenn wir die Erwartungen der Lehrkräfte erfüllen und das gelehrte Wissen zum Besten geben, bekommen wir gute Noten. 

Grundsätzlich kann man Menschen nicht mit Wissen und Erfahrung befüllen. Alles muss erlebt bzw. erfahren werden. Selbst das reicht noch nicht aus, wir müssen auch konstruktiv über die Erfahrungen nachdenken. Der Verstand analysiert und die Vernunft fasst es in Worte, aber wem die eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse fehlen, kann es niemals wirklich verstehen. Deshalb kann aktives tun und das sich weiterentwickeln beim Schaffen, durch nichts ersetzt werden. Wir brauchen eine Erziehung, die genau das fördert, indem sie unser individuelles Wesen berücksichtigt und dieses Wesen Schritt für Schritt entfaltet. 

Wer ständig dazu gezwungen wird, etwas zu tun, was er eigentlich nicht wirklich will, der muss sich schützen. Der muss sich selbst belügen, der muss sich Illusionen machen und der muss auch andere belügen, denn die Wahrheit werden ihm, die vom System gelenkten Menschen nicht glauben. Das kostet viel Energie und Lebenszeit, die wir alle viel, viel besser und sinnvoller für unser Selbstwohl und auch das Allgemeinwohl nutzen könnten. 

Es muss doch auch möglich sein, daß wir geliebt werden, weil wir genauso sind, wie wir eben sind und nicht nur deshalb, weil wir funktionieren und uns so verhalten, wie es andere von uns erwarten. Es kann doch nicht sein, daß man isoliert wird, weil man sich nicht so verhält, wie es anderen gut gefällt. Klar, es rüttelt am mühsam aufgebauten positiven Selbstbild, wenn uns der andere unangenehme Fragen stellt oder mit unbequemen Lösungen konfrontiert, aber sind es nicht gerade diese, die uns weiterbringen, wenn wir uns damit ernsthaft auseinandersetzen ?

Hier möchten wir neue Wege gehen und haben uns darauf geeinigt, daß dieses auf das eigene Gefühl hören, unser wichtigstes Erziehungsziel ist.

Unser Franz soll also am Ende nicht das tun was andere von ihm erwarten, sondern das, was er aus sich selbst heraus, aus freiem Willen tun möchte. Er soll seiner eigenen Wahrnehmung vertrauen, weil Menschen die das tun, nicht mehr durch andere manipulierbar sind. Auch soll er Fehler als wichtige Lehrmeister begreifen, die nicht nur erlaubt, sondern für seine weitere Entwicklung notwendig sind.

 

Unser Franz soll also am Ende nicht das tun was andere von ihm erwarten, sondern das, was er aus sich selbst heraus, aus freiem Willen tun möchte. Deshalb fragen wir ihn zuhause, worauf er Lust hat, was er gerne spielen will. Er sagt dann kurz was er möchte und dann spielen wir das, soweit möglich. Wir möchten die Erziehung so weit es geht auf das individuelle Wesen unseres Sohnes ausrichten, so daß er sich möglichst gut und naturbelassen entfalten kann.

 

Im Kindergarten gibt die Erzieherin vor, was die Gruppe spielen soll und die Kinder sollen sich dann an dem Gruppenspiel beteiligen. Dort spielt Franz dann zumindest laut den Aussagen der Erzieherinnen nicht und manchmal zerstört er sogar das Spielzeug der anderen Kinder, die in der Gruppe spielen.  

 

Das mit dem Beziehungsstil (nicht Erziehungsstil) funktioniert zuhause also ganz gut, nur im Kindergarten sind andere Bedingungen. Eine Erzieherin ist für 26 Kinder zuständig. Da ist natürlich wenig Zeit und Raum für die individuelle Zuwendung. Es gibt Gruppenspiele und da soll sich natürlich möglichst jeder beteiligen. Wenn jetzt jeder der 26 Kinder das tut, was es gerade will, dann herrscht Chaos. Es kam also, wie es kommen musste. Es gab einen Konflikt zwischen den Erziehungsmethoden, die von den Erzieherinnen angewendet werden und den von uns angewandten.

 

In einem Gespräch beschrieb ich unseren Erziehungsstil, in etwa so wie in den vorangegangenen Zeilen. Die Erzieherinnen gingen nicht weiter auf unsere Art der Erziehung ein und verteidigte stattdessen ihren, der im Wesentlichen auf Lob und Kritik beruht. Eine der Erzieherinnen bezog sich auf ihre Fachausbildung und daß ich das nicht so genau beurteilen kann wie sie, da sie eben über viele Erfahrungen und Erkenntnisse verfügt, die ich nicht habe. Stimmt, trotzdem kann man nur wirklich gut bleiben, wenn man für Neues offen ist und sich damit auseinandersetzt. Das wird jeder bestätigen können, denn das gilt für alle Berufe und Aufgaben, die es gibt. Wir einigten uns dann am Ende des Gesprächs darauf, einen Mittelweg zu finden, wo Franz zum einen seinem individuellen Willen gemäß machen kann und zum anderen aber auch sich in eine Gruppe einfügt.

 

Dazu wurden wir zu einem weiteren Gespräch eingeladen, indem wir vor allem von Problemen, die Franz (angeblich) hat, erfuhren. Diese wurden uns in einem Dokument schriftlich mitgeteilt. Es ging der Erzieherin offenbar vor allem darum, ihre Erziehungsmethoden zu rechtfertigen. Klar kamen gelegentlich Klagen, die wir auch ernst nahmen und entsprechend gehandelt haben. Insgesamt aber hatten wir eigentlich das Gefühl, daß unser Franz sich im Kindergarten soweit wohlfühlt und alles passt.

 

Bisher waren wir sehr zufrieden mit den Erzieherinnen, aber nachdem ich das Dokument mit ihrer Kritik durchlas, wurde ich traurig und um ehrlich zu sein auch etwas wütend. Es kann doch nicht sein, daß man einem dreijährigen Kleinkind so einen Bericht ausstellt. Wer kann denn das, was ein Mensch mit 3 Jahren können muß, wirklich klar und eindeutig beantworten ? 

 

Nachfolgend habe ich nun einige prägnante Beispiele aus dem Dokument kopiert:

 


Kopie: Problembereich: Sprache und Sprechen - Teil: bildet keine Sätze und redet fast gar nicht

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Kommentar:
Zuhause redet er sehr viel und er bildet meist auch ganze Sätze. Es ist aber nicht immer leicht zu verstehen, was er meint. Er fragt viel, will alles wissen.


Kopie: Problembereich: Verhalten - Teil: spielt fast nie und arbeitet gar nicht

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Kommentar:
Zuhause sagt er, was er gerade spielen möchte und das spielen wir dann, soweit möglich. Er braucht offensichtlich jemanden, der genauso spielt, wie er es möchte. Auch ist es so, daß er einen Erwachsenen braucht, der mit ihm spielt. Das ist uns sehr deutlich aufgefallen. Das mit dem arbeiten verstehe ich nicht. Warum muss ein dreijähriges Kind Arbeits- und Leistungsanforderungen erfüllen ?


Als ich einige Zeit über die eben genannten u. weitere Probleme nachdachte, kam mir der Gedanke, daß eigentlich das Wichtigste an diesem Bericht fehlt. Es sind die Dinge, die Franz schon sehr gut kann und wobei er sich besonders wohlfühlt, was er gerne tut, wo er lacht und wo er Freude empfindet. Warum werden bei uns die Schwächen hervorgehoben und die ganze Kraft dafür verwendet, um die Schwächen zu beseitigen, anstatt zu schauen, wo die Stärken liegen um diese dann gezielt zu fördern ? Das gilt für den Kindergarten, für die Schule und auch später im Berufsleben. 

Ich fragte die Erzieherin, ob sie mir Lösungsvorschläge unterbreiten könnte und ob sie mir die Stärken von Franz beschreiben kann, ähnlich ausführlich wie die Probleme bzw. Schwächen. Außerdem fragte ich, wie der Mittelweg nun konkret aussehen soll. Sie schaute sehr verlegen und wusste in diesem Moment nicht, was sie sagen sollte. Ich sagte dann, daß sie mir das doch aufschreiben soll und wartete dann 2 Wochen vergeblich auf die Infos. Ich fragte nicht mehr weiter nach und schrieb stattdessen diesen Artikel, indem ich das ganze Erlebnis reflektiere.

Die meisten Lösungsvorschläge wären eh nur für die Erzieherin im Kindergarten wichtig gewesen, denn zuhause läuft vieles ganz anders ab. Da spricht er viel und spielt auch gerne. Die Erzieherinnen sagen, daß der Franz gelegentlich andere Kinder haut. Das hat er halt bei anderen Kindern im Kindergarten oder wo auch immer gesehen und nachgemacht. Was ist da unnormal ? Es sind eben kleine Kinder, die die Welt noch begreifen müssen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sobald wir sehen, daß er zuhaut, sagen wir ihm, daß er das nicht tun soll, weil es ihm ja auch weh tut, wenn ein anderes Kind ihn haut.

Ich persönlich fände ja folgende Lösung, die auch gleich ein guter Mittelweg wäre, am Besten: Wir verzichten auf Projekte wie Stuttgart 21 und viele tausend weitere vom Steuerzahler finanzierte Projekte, die nicht zwingend notwendig sind und folgen konsequent den Sparvorschlägen des Bundes der Steuerzahler und stellen mit diesem Geld viele Erzieherinnen ein, um so kleinere Gruppen in den Kindergärten zu ermöglichen. Diese kleinen Gruppen ermöglichen es schließlich, daß besser auf den individuellen Spieltrieb der Kinder eingegangen werden kann.

Fazit:
 

Väter die sich nicht um ihre Kinder kümmern, werden bei uns fast wie Verbrecher behandelt. Kümmert man sich aber um sein Kind, dann wird das als selbstverständlich angesehen u. nicht weiter beachtet. Wer sich aber ernsthaft eigene Gedanken darüber macht, wie sein Kind nun für die Zukunft bestmöglich vorbereitet bzw. erzogen werden kann und diese (von der herrschenden Meinung abweichenden) Gedanken laut äußert, der wird angegriffen und im weiteren Verlauf schief angeschaut.

Ähnlich ergeht es einem übrigens auch wenn man Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt. Ist einem die Gesellschaft egal, wird man als asozial angeschaut. Macht man sich aber ausführliche Gedanken um eine Gesellschaft in der sich wirklich alle wohlfühlen können, dann wird man für blöd angeschaut, weil man die Zeit doch zweckmäßiger zum Geld verdienen nutzen könnte. Nicht Wenige, die mit enormen Steuermitteln und unseren Sparvermögen künstlich beim Staat oder in Industrie u. Handwerksbetrieben beschäftigt werden, also in Betrieben, die es sonst längst nicht mehr gäbe, fragen sich sogar: Ja, woher hat der überhaupt die Zeit und das Geld über solche Dinge nachzudenken ?

Anscheinend wird nur das Mittelmaß akzeptiert, wer ausschert, muß mit den mehr oder weniger unangenehmen Konsequenzen leben. Diese reichen von schiefen Blicken, über den hässlichen Tratsch hinter dem Rücken des Andersdenkenden, bis hin zu Angriffen und vollständiger Ausgrenzung. Meist werden diese Aktionen dann damit begründet, daß man nicht diplomatisch war, daß man unfreundlich ist oder eine anklagende Formulierung verwendet hat oder sonst irgendwelche Vorwände, mit denen man letztendlich nur geheim halten möchte, daß man sich nicht mit Gedanken beschäftigen möchte, die über die eigenen Glaubenssätze hinausreichen.

Dadurch, daß wir das Neue vorleben, zwingen wir auch unsere Mitmenschen dazu, sich mit dem Neuen auseinander zu setzen. Nicht Wenige empfinden das als unangenehm und sind nicht bereit, sich auf die Gedanken des anderen einzulassen und reagieren stattdessen mit Kritik, Ignoranz, Arroganz, dummen Kommentaren, komischen Blicken und dergleichen mehr. Man wird von seinen Mitmenschen kritisch beäugt, nicht selten sogar als Außenseiter abgestempelt bzw. in die Einsamkeit gedrängt. 

Häufig ist es so, daß sich die anderen nicht direkt mit den neuen Gedanken und Ansichten auseinandersetzen, sondern Verbündete suchen und so in der Gruppe gemeinsam gegen den Andersdenkenden losziehen. Wenn viele sich einig sind, dann muss das doch stimmen. Das wurde doch mittlerweile schon sehr häufig widerlegt. Am besten kann man das an den Kindern erkennen, denn die sind sehr ehrlich. Man sieht ihnen sofort an, wenn sie dabei waren, während ihre Eltern über den Andersdenkenden hergezogen sind.  

Viele tun sich schwer damit, sich mit anderen Ansichten wirklich auseinander zu setzen. Nicht selten schafft man sich nur durch eine andere Sichtweise Feinde, was man natürlich nicht will und auch nicht angemessen ist. In den meisten Fällen suchen die Guten und Gerechten dann beim anderen nach Fehlern und konfrontieren ihn damit, um ihn runterzudrücken. Zeigt er dabei Schwächen, deuten die das als "der steht nicht zu dem, was er sagt". Im Grunde ist das genau das, was die meisten von denen, die nur in der Gruppe stark sind, selbst nicht tun. Sie reden viel, wissen alles Mögliche, handeln aber nicht entsprechend. 

Ich weiß jedenfalls, daß ich mir mit meiner Ehrlichkeit schon viele Feinde geschaffen habe. Ich kann aber auf Freunde, die mich nur mögen, wenn ich mich so verhalte, wie die das erwarten, gerne verzichten. Wenn Menschen für ihre Ehrlichkeit fast wie ein Verbrecher behandelt werden, dann müssen die, die das tun, sehr viel Angst vor der Wahrheit oder viel mehr vor den wahren, authentischen Menschen haben. Kann es sein, daß dieser Mensch ihnen den Spiegel vorhält, der ihnen ihre Selbstlügen und Illusionen bewusst macht ? Diese erleichtern einem Teil der Menschen in einer Gesellschaft das Leben, während es anderen ihr Leben entsprechend erschwert.

Da alles mit allem zusammenhängt, hat es natürlich unangenehme Folgen, wenn ein Teil der Leute die Probleme, die sie erkennen, schönreden oder einfach ausblenden. Die Inder sagen: "Wer ein Problem erkennt und nicht löst, ist Teil des Problems". Auf jeden Fall aber dienen die vorher beschriebenen Aktionen nicht dazu, um sich mit dem Neuen offen auseinander zu setzen, sondern dazu, um das Neue ohne Schuldgefühle abzulehnen.

Diesen seltsamen Aktionen kann man am wirksamsten mit einem hohen Selbstwertgefühl begegnen. Dieses Gefühl beruht ganz wesentlich darauf, daß ich weiß. wer ich bin, was ich kann und was ich will - vor allem aber auch, daß ich mich so liebe, wie ich bin. Sich gegen eine Gruppe zu stellen, die sich einig ist, ist ein großer Kraftaufwand, den viele langfristig nicht durchhalten und sich dann nicht selten geschlagen geben müssen. 

Aber wie sagte Calvin Coolidge (13. Präsident der USA): 

Ausdauer und Entschlossenheit alleine sind allmächtig. Aufgeben ist die einzige Garantie für Mißerfolg. Es gibt kein unüberwindbares Hindernis außer dem uns angeborenen Mangel an Ausdauer.

Noch etwas zeigt mein Beispiel. Es ist ein absolut gewaltiger Unterschied, ob einer Bücher schreibt, Vorträge hält oder Podiumsdiskussionen darüber führt, warum und wie sich andere ändern sollen oder ob man es selbst am eigenen Beispiel vorlebt. Es ist unbequemer, man muss seine Ängste und Zweifel überwinden, an sich und seine Fähigkeiten glauben und es kostet viel Nerven und teilweise auch wesentlich mehr Geld. Es ist häufig auch mit einem Kampf verbunden, wenn man nicht die Erwartungen der herrschenden Gruppe erfüllt. Wenn man die Gewohnheiten, Glaubenssätze und Verhaltensweisen der anderen in Frage stellt. Die Guten und die Gerechten sind sich schnell einig, wer gemaßregelt werden muss und zögern auch nicht, ihre Glaubenssätze aktiv durchzudrücken.

Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich ist es gut, wenn Menschen sich anderen Menschen mitteilen, aber für die meisten sind Bücher, Vorträge usw. vor allem unterhaltsam und sorgen für den ein oder anderen Denkanstoss. Aber das Erkannte dann in das eigene Lebenskonzept einbauen und Tag für Tag vorleben, das tun nur sehr sehr wenige, dies gilt vor allem dann, wenn es, wie meist, zunächst unbequemer wird oder entsprechenden Mut und Tatkraft erfordert. Da wird das Erkannte dann schnell wieder in die hinterste Denkschublade verschoben und möglichst nicht mehr hervorgeholt oder noch besser das Ganze ganz schnell wieder vergessen.

Stell Dir vor, was passieren würde, wenn wir die wertvollen Erkenntnisse, also die vielen guten Ratschläge und Empfehlungen, die wir anderen geben, jeden Tag, Jahr für Jahr selbst vorleben würden.

 

 

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