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Bildungsblog der jungen Generation
Aktualisiert: vor 22 Stunden 25 Minuten

Partizipation und offene Lerninhalte: Vielfältige Lernformen nicht erwünscht oder nicht bekannt?

14. August 2017 - 22:13

Manchmal ist der Remix noch besser! Foto: (c) Flickr/trontnort

Bedeutet Partizipation von Schüler*innen oder Student*innen in einer digitalisierten Welt auch, Lerninhalte selbstständig bearbeiten und online teilen zu dürfen? Warum wird diese Möglichkeit des Wissensaustauschs kaum genutzt, gefördert oder ermöglicht? Open Educational Resources und freie Lizenzen bieten eine Lösung an, welche weltweit genutzt werden kann und neue Freiheiten bietet.

Partizipation ist ein großes Wort. Um besser zu analysieren, was jemand konkret damit meint, gibt es Stufenmodelle wie die Partizipationsleiter oder Intensitätsgrade von Partizipation.

Grafik „Partizipation in Unternehmen #innovation“ (CC BY-NC-SA 2.0) by Tanja FÖHR

Echte Partizipation beginnt an der Stelle, an welcher Personen gleichberechtigt teilhaben oder Verantwortung für Entscheidungen übertragen bekommen und nicht ausschließlich informiert oder alibimäßig um eine Stellungnahme gebeten werden, die keine Berücksichtigung findet.

Partizipation und Lernmaterial an Hochschulen?

Was hat Partizipation nun aber mit Lerninhalten wie Skripten, Texten oder Präsentationen zu tun, welche in Seminaren oder Vorlesungen an Hochschulen zur Verfügung gestellt werden?

Der Weg von angehenden Lehrer_innen beginnt mit dem Ende der eigenen Schulzeit und mit Anfang des Lehramtsstudiums. Früher wurden Lernmaterialien an Universitäten und Fachhochschulen als mehrseitige Kopiervorlagen im Copyshop oder in Semesterapparat-Regalen in der Bibliothek bereit gelegt, sodass sie am Kopierer von den Student_innen jeweils selber mühsam kopiert und abgeheftet werden konnten. Dank des World Wide Webs bleibt dies den Student_innen inzwischen meist erspart: Heute finden sich die meisten Seminarinhalte in Lernmanagementsystemen wie Moodle oder ILIAS, können sekundenschnell heruntergeladen und auf die eigene Festplatte kopiert werden. Immer mehr und vor allem aktuelle Literatur ist auch online zugänglich.

Es gibt heutzutage drei zusätzliche Aspekte, die ebenfalls sehr einfach technisch möglich sind:

  1. Die Bearbeitung und Veränderung von Inhalten: Seminarskripte oder Texte mit eigenen Anmerkungen, Fragen oder Gedanken versehen, Präsentationen anders aufarbeiten, Textabsätze ergänzen.
  2. Das Neuzusammenstellen von einzelnen Inhalten (Remix): So können Grafiken aus einer Präsentation zu einem Poster oder einer Infografik zusammengestellt werden oder Präsentationsfolien oder Textabsätze können einfach und schnell in Erklärvideos verwendet werden. Die multimedialen Möglichkeiten sind vielfältig und bunt.
  3. Das (Wieder-)Veröffentlichen von Inhalten: Das Hochladen und Teilen von bearbeiteten oder neu zusammengestellten Inhalten ist technisch ebenso einfach möglich – der Upload-Button gehört inzwischen ganz selbstverständlich zu unserer Lebenswelt hinzu.

Im Alltag der Hochschulen finden die beschriebenen Möglichkeiten allerdings kaum Anwendung. Warum eigentlich nicht? Das liegt meiner Einschätzung nach zum einen daran, dass Urheberrechtsgesetze diese Praktiken nur in sehr engen Grenzen erlauben: Das Zitatrecht ist sehr streng: Text-, Bild- oder Videozitate dürfen nur in einem sehr engen Rahmen und als Beleg verwendet werden, ansonsten droht eine Abmahnung. Ein gutes und ästhetisches Erklärvideo unter diesen Umständen zu produzieren ist kaum möglich. Auch die Bildungsschranken (§52a), die für Unterricht und Forschung Ausnahmen erlauben, beziehen sich primär darauf, dass Student_innen Inhalte konsumieren dürfen. Von Bearbeitung, Neuzusammenstellung oder Wiederveröffentlichung ist hier keine Rede – die Ausnahmen gelten zudem nur im geschlossenen Teilnehmer_innenkreis der Vorlesungen oder Seminare. Die Öffnung von Seminaren oder Vorlesungen durch das World Wide Web ist hier noch überhaupt nicht mitgedacht.

Offene Lehr- und Lernmaterialien: Die Open-Educational-Resources-Bewegung

Um die vielfältigen Potenziale doch zu nutzen, gibt es jedoch Licht am Ende des Tunnels: Eine Professorin oder ein Professor ist zwar automatisch nach deutschem Urheberrechtgesetz mit der Erstellung eines Skriptes der Urheber dieses Werkes: Jede_r der es benutzen, verändern oder wiederveröffentlichen möchte, muss eine Erlaubnis einholen – ansonsten begeht man eine Urheberrechtsverletzung. Die Urheber_innen können jedoch auch selbstbestimmt ihre Werke für Nutzungen offen freigeben. sodass nicht mehr die Erlaubnis eingeholt werden muss.

Die Bewegung rund um Open Educational Resources (OER) hat sich das Ziel gesetzt, solche Nutzungsrechte weltweit zu etablieren, um Lehr- und Lernmaterial offen im Netz oder auch ausgedruckt bereitzustellen. Als OER-Materialien werden Skripte, Texte, Videos und andere Werke bezeichnet, die frei genutzt, bearbeitet und wiederveröffentlicht werden können.

Geregelt wird dies über die freien Creative Commons Lizenzen*, welche weltweit etabliert sind und welche über diese Icons erkennbar sind:

CC BY – Namensnennung
CC BY-SA – Namensnennung und Weitergabe-unter-gleicher-Bedingung (Lizenz)

CC0 – Keine Bedingungen

Der große Vorteil: Das Zitatrecht muss somit nicht mehr beachtet werden, die Länge eines Zitats spielt hierbei ebenfalls keine Rolle. Somit könnten Texte oder Seminarskripte z.B. auch komplett als Podcast vertont und diskutiert werden – bei OER stehen einem alle Möglichkeiten der Nutzung offen, nur die Lizenzbedingungen sind entscheidend. Bei CC BY bedeutet dies, dass eine Angabe des Autors sowie der Lizenz ausreicht, um einen Text, eine Grafik oder eine Videosequenz in Erklärvideos, Postern oder anderen Werken zu verwenden.

Ein praktisches Beispiel Auf dem Portal OERinfo wurde beispielsweise der Magazin-Text von Markus Deimann aus dem Synergie Fachmagazin wiederveröffentlicht mit folgender Angabe:

Dies ist eine Übernahme des Textes „Open Education. Die ewig Unvollendete.“ von Markus Deimann. Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Erstmals erschienen der Text 2016 in: Synergie, Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre | #02 PDF.

Diese öffentliche Nachnutzung ist ohne Nachfrage möglich und über die Lizenzangaben geregelt, die im Originalartikel vermerkt wurden. Der Text erhält somit mehr Reichweite und kann in vielen Kontexten verwendet werden als auch verändert werden.

Der Text von Deimann könnte ebenso ganz einfach auf einem eigenen Blog selbstständig von Studierenden hochgeladen werden. Mit Tools wie Hypothes.is kann der Text dann gemeinsam im kleinen Kreis oder weböffentlich diskutiert werden, sodass auch andere Lernende von den Diskussionen profitieren können. Technisch ist all das inzwischen ein Kinderspiel, die Entscheidung über die Veröffentlichung liegt jeweils in der Hand der Lernenden.

Texte sind nur eine Medienform, die für OER in Frage kommt: Vorlesungsaufzeichnungen, Vortragsfolien, Leitfäden, Broschüren, Animationen, Grafiken, Simulationen, Quizzes, Software, Apps – all das kann unter offener Lizenz als OER verfüg- und veränderbar gemacht werden. Einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten mit Einbezug von Lernenden bietet die Publikation „Content Projekte der Vorprojektphase 2015/16“ der Hamburg Open Online University (kostenfrei als epub oder PDF). Anhand von offenen Tools wie H5P wird zudem der gestalterische Spielraum sichtbar, der inzwischen technisch möglich ist.

Mit Hilfe von OER werden also vielfältige offene Praktiken möglich, die ohne CC-Lizenz rechtlich schlichtweg nicht möglich sind in Deutschland. Gemeinsames, hochschulübergreifendes Lernen mit Materialien aus ganz Deutschland oder der Welt wird ebenso möglich wie selbstorganisiertes Lernen. Der geschlossene Teilnehmer_innenkreis des Seminars oder der Vorlesung ist nicht mehr die Grenze für das Material – das ist eine wichtige, neue Freiheit.

Selbstbestimmung durch OER?

Im Sinne des Partizipationsmodells ermöglichen Open Educational Resources also eine hohe Partizipation der Lernenden an den Lerninhalten.

Grafik „Partizipation in Unternehmen #innovation“ (CC BY-NC-SA 2.0) by Tanja FÖHR, Bearbeitung: OER-Beispiele in roter Farbe ergänzt von Matthias Andrasch.

Inwiefern dies z.B. aber von den Akteuren an den Hochschulen tatsächlich gewollt oder erwünscht ist, wird die Zukunft zeigen. Derzeit laufen an mehreren Hochschulen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte OER-Projekte. Ich selbst bin derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem der geförderten BMBF-Projekte: „OERlabs – (Lehramts-)Studierende gemeinsam für OER ausbilden“. Und hier schließt sich der Kreis auch zur schulischen Debatte um OER: Wie sollen junge Lehrer_innen sich eigentlich diesen Möglichkeiten bewusst sein, wenn sie in der Hochschule von Dozierenden ganz anders geprägt werden und niemand bzw. sehr wenige Personen offen lehren oder lernen?

Mit dem Thema OER sind sehr stark auch Fragestellungen der Haltung zu Lehre/Unterricht, der Autorenschaft im digitalen Zeitalter sowie der Bildung und Wissenschaft allgemein verbunden: Wie frei und offen sollen Informationen und Wissen sein? Und sollen die technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden? Ein Engagement der jungen Generation, welches „Was bildet ihr uns ein“ vorlebt, ist meiner Ansicht nach in diesem Bereich ebenfalls dringend nötig, um auch Bottom-Up-Prozesse zu initiieren und OER-Vorhaben zu stärken.

Ich freue mich auf eine offene (Bildungs-)Zukunft!

Fragen zu OER können in der Facebook-Gruppe OER im deutschsprachigen Raum gestellt werden, gesammelte OER-Informationen finden sich u.a. hier:

https://oerlabs.de/oer


* Nicht zu den „echten“ OER werden CC-Lizenzen mit NC- und ND-Einschränkung gezählt, da bei der Einschränkung „nichtkommerziell“ (NC) sowie der Einschränkung „keine Veränderung“ (ND) zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten eingeschränkt werden und Inhalte für viele Gruppen wie selbstständige Pädagog*innen nicht nutzbar sind. OER sollen per Definition offen für alle Lernszenarios sein.

——

Text unter CC-BY 4.0 Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/), Autor: Matthias Andrasch

Dies ist ein privater Meinungsbeitrag von Matthias Andrasch, ein Honorar wurde nicht gezahlt.

Matthias Andrasch arbeitet am Thema Openness und an der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Informatik – mal als selbstständiger Medienpädagoge, mal als Edu-Hacker oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Projekt OERlabs. Er bloggt auf https://matthias-andrasch.de.

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Neues vom Kooperationsverbot: Wieder nur Projektfinanzierung vom Bund

31. July 2017 - 19:11

Wieder keine langfristige Bundesfinanzierung für Bildung? Foto: nerovivo/Flickr

Bisher konnte Bund die Länder nicht bei der Finanzierung von Bildung unterstützen. Dieses so genannte Kooperationsverbot wurde vor kurzem aufgelockert. Was das für den Bereich Schule bedeutet, hat sich Jenny Laube vom Netzwerk Chancen für uns angeschaut.

Am 1. Juni hat der Bundestag die Geldflüsse zwischen Bund und Ländern neu geordnet. Ganze 13 Grundgesetzänderungen wurden mit den Stimmen der Unions- und SPD-Fraktionen beschlossen. Einen Tag später folgte auch die Zustimmung des Bundesrates.

Für alle, die sich für Bildung und das Bildungssystem in unserem Land interessieren, erscheinen insbesondere die Artikel 6 und 7 der beschlossenen Änderungen ein Stück weit revolutionär. Darin wird dem Bund erlaubt, besonders finanzschwache Kommunen bei den Investitionen in die Schulinfrastruktur finanziell zu unterstützen. Dies war bislang aufgrund des sogenannten Kooperationsverbots nicht möglich. Weil in Deutschland die Länder für die allgemeinbildenden Schulen zuständig sind, tragen sie neben der fachlich-inhaltlichen auch die finanzielle Verantwortung. Mit der Folge, dass besonders in den ärmeren Bundesländern die Investitionen in die Schulen seit Jahren nicht dem Bedarf entsprechen und vielerorts untragbare Zustände entstanden sind.

In den letzten Jahren, hat das Kooperationsverbot vor allem zur Folge gehabt, dass die Lern- und Lehrverhältnisse in den einzelnen Bundesländern immer stärker auseinanderdriften. Die Qualität der allgemeinen Schulbildung leidet, wo leere Kassen verhindern, dass ausreichend Lehrkräfte angestellt und an Schulgebäuden die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Das Kooperationsverbot wird zwar seit Jahren kritisiert, dennoch sträuben sich die Verantwortlichen in den Bundesländern vehement gegen seine Aufhebung. Die teils prekäre Lage, beispielsweise an Berliner oder Bremer Schulen hat nun aber doch dazu geführt, dass sich Bundestag und Bundesrat auf eine Lockerung geeinigt haben.

Was bringt nun die Gesetzesänderung?

Zunächst einmal bedeutet die Gesetzesänderung keine dauerhafte oder umfassende Aufhebung des Kooperationsverbots. Vielmehr wird dem Bund erlaubt in sehr engen Grenzen und für einen befristeten Zeitraum Projekte im Bereich der Schulinfrastruktur nach vorheriger Beantragung durch die Kommunen finanziell zu unterstützen.

Hierfür stellt er im Kommunalinvestitionsförderungsfonds Gelder in Höhe von insgesamt 3,5 Milliarden Euro bereit, die bis 2024 ausbezahlt werden sollen. Förderfähig sind dabei Projekte, welche die Sanierung, den Umbau, die Erweiterung von Schulgebäuden sowie in engen Grenzen auch deren Ersatzbau zum Gegenstand haben. Weiterhin können Investitionen in die erforderliche Gebäudeausstattung sowie die digitale Infrastruktur gefördert werden. Das Mindestfördervolumen der Projekte liegt bei 40.000 Euro und für die Prüfung und Genehmigung der Förderanträge sind die Länder zuständig.

Jenny Laube engagiert sich für Netzwerk Chancen – eine unabhängige Plattform, die durch einen gesamtgesellschaftlichen Dialog Lösungsansätze für mehr Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien erarbeitet.  Was bedeutet das für die Schulen im Land?

Man kann den Gesetzesbeschluss als einen vorsichtigen, aber richtungsweisenden Schritt hin zur Lockerung des Kooperationsverbots deuten. Der Kommunalinvestitionsförderungsfond ist jedoch im Hinblick auf Dauer, Ausgestaltung und Volumen nicht geeignet, eine deutliche, flächendeckende Verbesserung der Schulinfrastruktur im Bundesgebiet zu bewerkstelligen, geschweige denn die systemischen Unzulänglichkeiten zu beseitigen. Weil das Förderprogramm als Projektfinanzierungsmodell ausgestaltet ist, wird es nur punktuell den Investitionsrückstau in den Schulen korrigieren können, den der Deutsche Städtebund inzwischen auf 30 Milliarden Euro schätzt. Und statt über regelmäßige zweckgebundene Zuwendungen an die Gemeinden die finanzielle Situation der Schulen langfristig zu verbessern und zu sichern, können Gelder nur im Rahmen begrenzter, bewilligungspflichtiger Projekte an die Kommunen ausbezahlt werden. Die Schaffung neuer Lehrstellen oder die Bezahlung von Schulsozialarbeitern können daraus nicht finanziert werden, obwohl auch hier dringender Bedarf – insbesondere an so genannten Brennpunktschulen – bestünde.

Zwar ist es positiv zu bewerten, dass sich Länder und Bund zumindest etwas bewegt haben, bei diesem ersten zaghaften Schritt darf es aber nicht bleiben. Vielmehr muss zügig darauf hingewirkt werden, dass die ausreichende finanzielle Ausstattung der allgemeinbildenden Schulen dauerhaft gesichert wird und nicht länger Schüler, Eltern und Lehrer das Nachsehen haben, wenn die Länderfinanzen knapp sind. Weil die Zuständigkeiten im Grundgesetz geregelt sind, bedarf eine Änderung einer 2/3-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat. Wenn also ab Herbst nicht länger eine Große Koalition unser Land regieren sollte, obläge es allen Bundestagsfraktionen die Finanzierung unserer Schulen auf ein festes Fundament zu stellen und sich nicht in parteipolitischem Taktieren zu verlieren. Es geht um kein geringeres Gut als unsere Zukunft und die sollten wir nicht weitere vier Jahre aufs Spiel setzen.

Link zum Wortlaut der Bundesdrucksache: http://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0401-0500/431-17.pdf?__blob=publicationFile&v=2.

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Workshopbericht: Journalistische Interviews

17. July 2017 - 19:25

Keine astreine Interviewsituation, oder? Foto: Alena Biegert

Interviews sind eine häufig verwendete journalistische Form. Aber wie bereitet man sie vor, wie führt man sie? Darüber haben wir uns weitergebildet. Alena Biegert hat aufgeschrieben, wie es war. 

Welche Fragen stelle ich einer Politikerin, die ich einem Popstar besser nicht stelle? Wie bereite ich mich auf ein Interview vor, damit ich kein nervöses Nervenbündel bin? Und wie komme ich im Interview vom sicheren Terrain ins ungewisse Abenteuer, wo die wirklich spannenden Fragen warten?

Am Sonntag, den 16. Juli haben wir zu einem Workshop in den Blumensaal im Palais am Festungsgraben eingeladen: „Journalistische Interviews vorbereiten und führen“.
Der Journalist Andreas Hermwille hat die zwölf Teilnehmenden den Tag über von der Theorie zu praktischen Fragen begleitet und dabei auch aus dem professionellen Nähkästchen geplaudert (Hättet ihr gewusst, wofür die Codezahlen 1,2 und 3 in Gesprächen mit Politiker_innen stehen?). Wir haben über Fragetypen, Interviewformen und verschiedene Interviewpartner_innen gesprochen, unsere Haltung als Interviewende während eines Gesprächs reflektiert und die Erstellung eines Fragenkatalogs erprobt.

Vielen Dank an die Stiftung Bildung, die so freundlich war, uns die Räumlickeiten zur Verfügung zu stellen. Und Danke natürlich an Andreas Hermwille, der aus Bielefeld anreiste, um den Workshop zu leiten. Auch dieser Blog-Workshop war ein schöner Erfolg und wir werden das Format auf jeden Fall fortführen!

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Digitalisierung und die Dampflok

10. July 2017 - 22:31

Wartet er noch? Oder ist der digitale Zukunft schon abgefahren? Foto: Erick Pleitez/Flickr

Die Digitalisierung als Chance begreifen und sie aktiv mitgestalten – vor allem aber unsere Kinder digital fit machen. Dafür plädiert Verena Gonsch in ihrem Buch „Digitale Intelligenz. Warum die Generation Smartphone kein Problem, sondern unsere Rettung ist“. Sonst, so befürchtet die Autorin, ist der Zug bald abgefahren und nicht nur die junge Generation, sondern auch Deutschland als Ganzes auf der Strecke geblieben. Kira Meyer hat sich das Buch genauer angesehen.

Was haben Digitalisierung und eine Dampflock miteinander zu tun? Für Verena Gonsch ist das ganz klar: Die Moderne stand in Deutschland immer schon im Verdacht, die Kultur zu schädigen. Paradigmatisch zeigt sich das an der zögerlichen Haltung der Deutschen gegenüber der revolutionären Eisenbahntechnik vor fast 200 Jahren. Digitalisierung ist also so etwas wie die Dampflok des 21. Jahrhunderts. Sollten wir auf diesen Zug aufspringen?

An dieser derzeit so hitzig geführten Debatte beteiligt sich die Autorin mit ihrem Buch und liefert in kritischer Auseinandersetzung viele Gründe dafür, dass wir zum Sprung ansetzen sollten. Gegen Panikmacher_innen und Schwarzmaler_innen werden zahlreiche Expert_innen ins Feld geführt, die anhand von neuesten Forschungsergebnissen ein positives Bild von den Veränderungen durch die digitale Revolution zeichnen. Soziolog_innen und Psycholog_innen, ebenso wie Hirnforscher_innen und Philosoph_innen lässt Gonsch zu Wort kommen. Dabei wirft sie immer wieder einen Blick in die deutsche Geschichte und zeigt überzeugend auf, dass die Angst vor den Auswirkungen der neuen Technik unbegründet ist. In thematisch vielfältigen Kapiteln rückt sie mal dem Mythos der angeblich für Verblödung sorgenden Computerspielen zu Leibe, seziert die Vorurteile über die Arbeitswelt 4.0 oder macht die Wurzeln der deutschen Technologiefeindlichkeit im Zeitalter der Industrialisierung aus.

Bildungschancen durch Digitalisierung für Jung und Alt

Ein besonderes Augenmerk des Buches liegt auf den Kindern und Jugendlichen: Was bedeutet die Digitalisierung für sie? Welche Verpflichtung haben wir ihnen gegenüber in der Ausgestaltung der digitalen Welt? Dringend nötig wäre, dass Lehrer_innen digitale Medien stärker in den Unterricht einbinden und den jungen Generationen somit wichtige Fähigkeiten für die Arbeitswelt 4.0 vermitteln. Denn der aktuelle Zustand ist alarmierend: „Tatsächlich konnte vor drei Jahren jeder zweite Achtklässler in Deutschland noch nicht einmal im Internet eine Webadresse suchen. (…) Bei internationalen Studien, bei denen die Kompetenz getestet wird, sich sicher im Internet zu bewegen, liegen deutsche Schüler im unteren Mittelfeld. Viele europäische Länder überholen uns in Sachen Medienkompetenz.“

Kira Meyer (geb. 1993) hat einen Bachelor in Philosophie und Politikwissenschaften und studiert nun Philosophie im Master – ebenfalls an der Universität Hamburg. Als Ehrenamtliche in der schulischen Hilfe für Flüchtlingskinder oder als Tutorin an der Uni begleitet sie das Thema Bildung und was es heißen könnte, gebildet zu sein.

Aber auch Eltern wären gut beraten, neugieriger auf die digitalen Welten zu sein, in denen sich ihre Jüngsten so selbstverständlich bewegen. Sich von ihnen mal zur Kampfmaschine ausbilden zu lassen oder gemeinsam einen Nachmittag Pokémon Go zu spielen – das stärkt nicht nur den familiären Zusammenhalt, sondern öffnet idealerweise so manchem „Digital Dinosaurier“ eine Tür zu neuen Online-Welten. Denn Bildungschancen durch Digitalisierung bekommen nicht nur junge Menschen, „auch Wissensdurstige in den Industriestaaten werden davon profitieren. Denn die Online-Unis bieten die Möglichkeit, auch mit 40plus nochmal den Beruf zu wechseln oder sich weiterzubilden.“

Mitgestalter_innen gefragt

Anregend verfasst sind nicht nur die Sachbuch-Texte von Verena Gonsch, auch die jedem Kapitel vorangestellten Geschichten von Till Raether, in denen das Thema des folgenden Abschnitts belletristisch beleuchtet wird, regen zum Nachdenken an. Gespickt mit Humor und persönlichen Erlebnissen schlagen die Autor_innen einen weiten Bogen über die wichtigsten Bereiche der digitalen Revolution – bei einem nicht derart komplexen Thema wie diesem keine Selbstverständlichkeit. Nicht nur durch diese gelungene Kombination von Sachbuch und Kurzgeschichten erhält der Leser oder die Leserin einen umfassenden Einblick, auch die Bemühung der Autorin, sowohl die Pro- als auch die Contra-Seite zu beleuchten, macht das Buch lesenswert. An einigen Stellen würde man sich vielleicht wünschen, dass länger bei Begriffen verweilt wird. Gerade mit Bildung oder Intelligenz ist in Debatten häufig ganz Unterschiedliches gemeint. Zumal der Titel des Buches von digitaler Intelligenz spricht, wüsste man gerne genauer, was genau die Autorin darunter versteht.

Das Buch ist aber nicht nur für Eltern und Lehrer_innen interessant, sondern für jeden, der die Form unserer zukünftigen Gesellschaft mitbestimmen will – denn da kommt man an einer Mitgestaltung der Digitalisierung nicht vorbei. In Zeiten von Dampflok und Druckerpresse will wohl niemand mehr zurück, spätestens nachdem er dieses Buch gelesen hat.

Das Buch erscheint am 24. November im Verlag Bastei Lübbe. Es umfasst 256 Seiten und ist erhältlich als Paperback für 12,90 € – oder ganz modern als E-Book für 9,99 €.

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Digitale Bildung: Was politisch passieren muss

6. July 2017 - 11:20

Haben wir bald nur noch Tablets in der Schule? Foto: Brad Flickinger/Flickr

Viel wird über digitale Bildung gesprochen. Doch Digitalisierung ist nicht nur Tablets benutzen. Was politisch passieren soll, schildert Max Meisenheimer von den Juso-Hochschulgruppen in seinem Beitrag.

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist ein omnipräsentes Thema. Auch vor dem Bildungssystem macht die Digitalisierung nicht Halt. Wenn in der Bildungspolitik über digitale Bildung gesprochen wird, wird gemeinhin, insbesondere jedoch von konservativen Akteur_innen, die Annahme vertreten, digitale Bildung bedeutet, dass Schüler_innen statt Papier und Stift ab jetzt Tablets benutzen sollten. Das ist aber falsch. Digitalisierung und digitale Bildung sind kein isoliertes Politikfeld, dass durch ein paar Anschaffungen oder Qualifizierungen erfolgreich gestaltet werden kann.

Digitale Bildung ist vielmehr ein Querschnittsthema, eine Perspektive, die wir in fast allen gesellschaftlichen Bereichen einnehmen können und müssen. Mit der Digitalisierung von Bildungsinstitutionen haben wir die Möglichkeit, übergeordnete politische Ziele und Vorstellungen zu erreichen. Inklusive Schulen, sozial gerechtere Hochschulen und kostenlose Weiterbildungen, all das lässt sich zumindest zu Teilen durch digitale Bildungsangebote realisieren.

Was ist bisher passiert?

Vereinzelt lassen sich politische  Akzente beobachten, die sich mit digitaler Bildung auseinandersetzen. Das Bundesbildungsministerium unter Leitung von Johanna Wanka (CDU) zeigt dabei aber keine konsequente und langfristige Strategie, die es verfolgt. Vielmehr geht es ihr dabei um einzelne Akzentsetzung und die Förderung einiger weniger Spitzeninstitutionen. Es ist fatal anzunehmen, dass ein Finanzpakt, der nur wenige sogenannte Leuchtturmprojekte im Bereiche digitale Bildung an Schulen oder Hochschulen fördert, nachhaltige Effekte auf das gesamte Bildungssystem haben könnte. So fördert das Ministerium zum Beispiel die Entwicklung von Open Educational Resources (OER).[1] Das sind frei zugängliche digitale Lehr- und Lernmittel, also quasi das Rückgrat freier und kostenloser Bildung im digitalen Raum. Diese Förderung passiert aber nur bei einigen wenigen Projekten. Stattdessen bräuchte es Investitionen in die Breite.

In aller Munde war Ministerin Wanka aber in den letzten Monaten mit dem sogenannten DigitalPakt#D. Dieser Finanzpakt des Bundes soll knapp fünf Milliarden Euro in die digitale Ausstattung von Schulen geben. Was sich erstmal ganz gut anhört, ist es bei genauerem Hinschauen dann aber doch nicht mehr wirklich. Fünf Milliarden Euro sind auf fünf Jahre verteilt für Schulen bundesweit nicht viel. Um überall eine gute Ausstattung zu ermöglichen, braucht es wesentlich stärkere Investitionen. Diese Investitionen dürfen auch nicht auf einen willkürlichen Zeitraum, wie diese fünf Jahre, begrenzt werden, sondern es braucht eine auf Dauer angelegte Finanzierungsstruktur. Nicht zuletzt zeigt sich aber auch hier: Die digitale Ausstattung bringt wenig ohne die richtige Qualifikation des Lehrpersonals.

Max Meisenheimer ist Mitglied des Bundesvorstandes der Juso-Hochschulgruppen und  25 Jahre alt. Er studiert im Master Governance & Public Policy an der TU Darmstadt. Seinen Bachelor schloss er in Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Mannheim ab. Seit seinem ersten Semester engagiert er sich in den Juso-Hochschulgruppen. Er war u.a. AStA-Referent für Hochschulpolitik & Gesellschaft an seiner Universität und Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg. Er ist außerdem aktives Mitglied der SJD – Die Falken. Seit November 2015 ist er Mitglied im Bundesvorstand. Max vertritt die Juso-Hochschulgruppen in der AG Bildung & Forschung der SPD-Bundestagsfraktion. 

Anfang Juni hat sich die Kultusministerkonferenz [sic!] (KMK) mit dem BMBF auf einen abgewandelten Pakt mit dem Namen DigitalPaktSchule geeinigt.[2] Mit diesem neuen Pakt werden die Grundziele des DigitalPakt#D fortgeführt, es gibt jedoch glücklicherweise ein paar wenige Verbesserungen. So verpflichten sich die Länder, Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrer_innen einzuführen und auch die Wartung der neuen Ausstattung wird zu Teilen durch den Bund mitfinanziert. Der große Wurf ist aber auch das noch nicht.

Das vielleicht zentralste politische Papier ist ein Grundsatzpapier der KMK mit dem Titel „Bildung in der digitalen Gesellschaft“.[3] In dieser gemeinsamen Strategie der Länder sind insbesondere für den Schul- und Hochschulbereich Leitlinien, Qualifizierungskriterien und Anforderungen an digitale Bildung definiert. Dieses Papier bietet eine wichtige Arbeitsgrundlage und versteht digitale Bildung als Katalysator, gerade im Schulbereich, mit dem sich Bildungsinstitutionen öffnen können.

Anforderungen an eine digitale Bildungspolitik

Digitalisierung darf nicht um der Digitalisierung willen passieren. Wir brauchen keine Tablets im Unterricht, weil es cool aussieht. Vielmehr benötigen wir Tablets im Unterricht, damit Schüler*innen, Studierende und Lehrende Programme nutzen können, die Lehren und Lernen individueller gestalten und somit einfacher und inklusiver für mehr Menschen machen. Dabei geht es um die Möglichkeit Lehren und Lernen unabhängig von Zeit und Ort zu ermöglich, z.B. durch aufgezeichnete Vorlesungen, Online-Aufgaben o.ä. Es geht aber auch um Programme, die es ermöglichen Lernen auf individuelle Bedürfnisse anzupassen und Stärken und Schwächen bei den Lernenden zu berücksichtigen. Dieser Grundsatz muss bei jeder bildungspolitischen Entscheidung klar sein.

Drei klare Handlungsfelder um Digitalisierung in der Bildung zu realisieren, können dafür definiert werden: Ausstattung der Einrichtungen, Qualifizierung des Lehrpersonals, Entwicklung von Lehr- und Lernsoftware und -konzepten. Digitale Bildung spielt dabei außerdem entlang der gesamten Bildungskette eine Rolle, begonnen bei der frühkindlichen Bildung, über Schulen, die berufliche Bildung, Hochschulen und der Weiterbildung. In allen Handlungsfeldern während der gesamten Bildungskette müssen uns folgende Fragen auch bei der digitalen Bildung bewegen. Wie können wir Bildung öffnen für Menschen, die nicht vor Ort sein können? Wie kann Bildung inklusiver sein? Wie können Institutionen sozial gerechter und feministischer gestaltet werden?

Gerade Frauen* erleben häufig Mehrfachbelastungen in ihrem Bildungsverlauf; das Aufziehen von Kindern oder familiäre Verpflichtungen wie die Pflege von Angehörigen. Gerade für sie können digitale Bildungsangebote die notwendige zeitliche Autonomie bieten, um diese Belastungen miteinander zu vereinbaren.

Was wir benötigen, ist eine Ausstattung in den verschiedenen Einrichtungen, die den Bedürfnissen von heute gerecht wird. Alle müssen Zugang zu schnellem Internet, kostenlosen Programmen und Endgeräten haben. Außerdem muss das Lehrpersonal breit qualifiziert werden für den Umgang mit digitalen Lehr- und Lernmitteln. Dafür bedarf es der Reform des Lehramtsstudiums und breiten Fort- und Weiterbildungsangeboten für Lehrende an Schulen und Hochschulen. Die Nutzung von OERs und anderen Lehr- und Lernangeboten im Netz muss immer frei und kostenlos sein. Bildung ist ein Menschenrecht und darf nicht nur den Zahlungskräftigen zugänglich sein.

Nicht zuletzt muss es auch die Aufgabe guter Bildungspolitik sein, die Digitalisierung des Bildungssystems richtig zu gestalten. Durch eine freiere Lehre und individuelleres Lernen können Schüler_innen und Studierende selbstständiger lernen und dazu befähigt werden, kritisch Inhalte zu hinterfragen, statt nur Textbücher auswendig zu lernen. Digitale Bildung kann so Menschen freies und kritisches Denken ermöglichen.

[1] https://www.bmbf.de/de/neue-informationsstelle-fuer-offene-bildungsmaterialien-3519.html

[2] https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/kmk-laender-bekennen-sich-zu-eckpunkten-des-digitalpakts-schule.html

[3] https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2016/2016_12_08-Bildung-in-der-digitalen-Welt.pdf

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#Digimon – Im Juli wird’s bei uns digital!

3. July 2017 - 22:48

Foto: (c) Alena Biegert


Machen omnipräsente Smartboards den Unterricht an deutschen Schulen besser? Sollten Lehrer_innen mit ihren Schüler_innen per WhatsApp kommunizieren? Wieso können unsere Abiturient_innen eigentlich noch nicht programmieren? Werden Auszubildende ausreichend auf die technologischen Anforderungen der Industrie von morgen vorbereitet? Und wer kümmert sich dabei eigentlich um Datenschutz und Urheberrechte?

Bildung und Digitalisierung, digitale Bildung – damit wollen wir uns im Sommermonat Juli beschäftigen. Ein aktuelles Thema, eines  voller Schlagworte („digital!“ – „Zukunft!“ – „Technologie!“), aber was sind eigentlich die spannenden Fragen, wenn es um Digitalisierung und Bildung geht?  Wir haben dazu aufgerufen, diese Fragen zu finden und zu beantworten. Die Ergebnisse zeigen wir in den kommenden Wochen. Euch erwarten sowohl Kommentare als auch Rezensionen und Berichte. Die Texte decken bei weitem nicht das ganze Spektrum digitaler Bildung ab, geben aber einen spannenden Einblick in dieses weite Feld. Wir wünschen euch dabei eine anregende Lektüre. Hinterlasst uns gerne Kommentare, diskutiert mit und bastelt mit uns an einem besseren (digitalen) Bildungssystem!
Eure „Was bildet ihr uns ein?“-Redaktion 

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Inklusion ist eine Frage der Haltung

26. June 2017 - 23:04

Inklusion ist ein Menschenrecht. Foto: Mainstrand/Flickr

Das Gejammer über die Schwierigkeiten von Inklusion ist laut. Aber das Problem sind nicht Geld oder mangelnde Ressourcen. Die größte Hürde ist unser fehlender Wille, sagt Julia Latscha.* 

Ich bin wütend. In letzter Zeit häufen sich die negativen Berichte zum Thema inklusive Bildung. Verzweifelte Lehrkräfte und die herausfordernden Verhaltensweisen von Kindern spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Unwegsamkeit der Inklusion im deutschen Bildungssystem steht im Zentrum des Gewitters der Diskussion. Ich will den Mangel an Ressourcen und sozialpädagogisch versierten Lehrkräften nicht kleinreden. Das ist ein großes Problem. Unumstritten. Das Anprangern der Sparpolitik an den falschen Stellen ist wichtig. Die Hürden scheinen hauptsächlich in der praktischen Umsetzung zu liegen. Hier geht es aber um viel mehr: Wir haben ein sozial-gesellschaftliches Problem, ein Haltungsproblem.

Wo auch immer ich im gesellschaftlichen Leben mit meiner heute vierzehnjährigen Tochter erscheine, stehen wir im Mittelpunkt. Weil Lotte im Rollstuhl sitzt, sie besser schreien als sprechen kann, ihre Arme häufig haltlos durch die Luft rudern oder ihr Spucke aus dem Mund tropft. Ganz normal, denke ich, denkt auch Lottes jüngerer Bruder. Wir kennen es nicht mehr anders. Und vor allem wissen wir um Lottes Talente. Sie kann tanzen, sodass jede Körperzelle den Rhythmus der Musik mitwippt. Sie hat Humor. Ihr Lachen ist ansteckend. Und ganz nebenbei kann sie auch lesen, rechnen und schreiben. Aber nur, wenn sie will und die richtige Person neben ihr sitzt.

Verschwinden in Sondersystemen

Dass Lotte das alles kann, ahnen nur wenige. Denn Lotte steckt schon in der Schublade des „armen behinderten Mädchens“, bevor viele ihrer Mitmenschen ihre Fähigkeiten erkennen wollen. Deswegen ist es auch ganz normal, dass meine Tochter morgens mit einem Spezialbus in eine Förderschule gebracht wird und in Zukunft in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung leben soll. Das wollte die Amtsärztin bei Lottes Einschulung bereits so, das will das Jugendamt heute und das erwartet auch der größte Teil der Gesellschaft. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, heißt es sprichwörtlich. Das stimmt. Jeder zehnte Mensch in Deutschland hat eine Behinderung. Die meisten verschwinden frühzeitig in Sondersystemen, in einer Parallelwelt.

Lotte wurde 2008 eingeschult. 2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Seitdem hat jedes Kind mit Behinderung das Recht, gleichberechtigt eine Regelschule zu besuchen. Die dafür notwendige Unterstützung muss gewährt werden.

 

Julia Latscha,1975, ist Autorin und Vorständin der Stiftung Bildung. Gerade erschien ihr Buch „Lauthalsleben. Von Lotte, dem Anderssein und meiner Suche nach einer gemeinsamen Welt“ (Knaur). Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Berlin und ist Gastautorin von „10 nach 8“ bei ZeitOnline.

Meine Gedanken drehten sich damals mehr ums Überleben und weniger um ein Leben inmitten der Gesellschaft. Heute habe ich eine andere Sicht auf die Dinge. Ich will teilhaben an einem aktiven Umdenken und Umgestalten unserer sozialen Strukturen. Und auch meine Tochter zeigt in ihren Reaktionen eindeutig, dass ihr ein Leben innerhalb der Gesellschaft definitiv besser gefällt als am Rande.

Unterschiedlich begabte Kinder

Der Lärm der Verzweiflung übertönt allzu schnell die leiseren Töne. Aber diese sind essenziell. Nicht die befürchtete Benachteiligung von Menschen ohne Behinderungen sollte im Fokus stehen, sondern die andauernde Entmündigung von Menschen mit Behinderungen. Und jetzt muss ich mal auf den Tisch hauen: Kinder ohne eine Behinderung lernen nicht weniger, wenn sie gemeinsam mit Kindern mit einer Behinderung unterrichtet werden. Nur anders. Und wahrscheinlich mehr fürs Leben.

Es ist längst an der Zeit, die gängigen Unterrichtsinhalte zu hinterfragen, sie an die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Menschheit anzupassen. Zusammenhalt statt Trennung. Vielfalt statt Einfalt – auch, wenn das sehr anstrengend ist.

Nicht die herausfordernden Kinder sind die Ursache für die Überforderung des deutschen Bildungssystems, sondern die strukturelle, vor allem aber auch gedankliche Unflexibilität. Weil bisher versucht wurde, Menschen für Strukturen passend zu machen, anstatt die Strukturen grundlegend zu verändern. Weil es einfacher ist, auf einem Trampelpfad zu gehen, als neue Wege zu finden. Weil Gewohntes mehr Halt gibt als Neuland. Weil zwischen „normal“ und „nicht normal“ unterschieden wird. So muss das scheitern. Schon bevor die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten ist, war das dreigliedrige Schulsystem zu starr für die vielen unterschiedlich begabten Kinder.

Inklusion ist ein Menschenrecht

In einigen anderen europäischen Ländern aber gelingt Inklusion. Auch an vereinzelten Orten in Deutschland: in Familien, in Kindergärten und Schulen. In Wohngruppen und manchen Betrieben. Immer dann, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht seine körperlichen und kognitiven Merkmale; wenn bereits vorhandene Ressourcen genutzt werden und sich beispielsweise Förderschulen auch für Regelschulkinder öffnen; wenn sich Lehrkräfte, Eltern und Mitmenschen über alle Maßen engagieren; wenn nicht ausschließlich Leistungen zählen, sondern zusätzlich zu Lehrinhalten auch Werte vermittelt werden.

Inklusion ist ein Menschenrecht. Deswegen haben wir keine Alternative. Wir können nicht so lange warten, bis sich ein ideales Bildungssystem etabliert hat – das wird es nie geben. Inklusion ist eine Haltung. Und gerade diese Einstellung ist das Fundament für einen transformativen Prozess. Das müssen wir begreifen. Und wir brauchen Mut zum Scheitern, Selbstüberwindung und Offenheit. Vor allem auch Opferbereitschaft. Wir müssen umdenken, Stagnationen umschiffen und immer wieder aufstehen, wenn wir umfallen.

Der Schrei nach mehr Geld, nach viel mehr Geld und nach viel mehr fachlich versierten Lehrkräften ist absolut notwendig. Das ist eine Großbaustelle!

Plötzlich Rückenprobleme

Auch ich muss mich noch viel mehr bewegen, trotz bereits langanhaltender Atemlosigkeit. Indem ich meine Tochter eine Förderschule besuchen lasse, habe ich wieder ein wenig Zeit zum Luftholen gefunden. In der Förderschule wird sie gemocht, gefördert und geschätzt. In einem geschützten Raum lernt sie alltagstaugliche Dinge. Das ist viel wert. Meine Tochter hatte bisher immer tolle Lehrerinnen. Ihnen verdanken wir, dass Lottes kognitive Fähigkeiten ans Licht gekommen sind. Vielleicht würde ich sonst immer noch im Dunkeln tappen. Wer weiß das schon. Trotzdem habe ich das Gefühl, mich in dieser Sondernische vom täglichen Kampf um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, um  Gleichberechtigung und um Anerkennung auszuruhen. Ich finde das legitim und auch wieder nicht. Denn hier lauert die Resignation. Einerseits wird meine Tochter in der Förderschule nicht ausreichend auf das wahre Leben vorbereitet, andererseits mangelt es der Gesellschaft dadurch an Erfahrbarkeit von Vielfalt. Kein Wunder, dass die meisten Menschen Rückenprobleme und Berührungsängste haben, wenn ich mit Lotte in U-Bahn-Schächten zurückbleibe, weil der Fahrstuhl defekt ist und die Stufen für mich und Lotte alleine nicht zu bewältigen sind.

Eine körperliche oder mentale Einschränkung wird erst durch bauliche, soziale oder kulturelle Barrieren zu einer Behinderung. Diese Mauern müssen wir täglich einreißen. Ich. Du. Und die Politik.

„Wer Inklusion will, findet Wege, wer sie verhindern will, sucht Begründungen.“ Dieses Zitat stammt von Hubert Hüppe, dem ehemaligen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.

*Der Beitrag erschien zuerst am 22. Mai 2017 auf ZeitOnline.

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Politische Spiele: Politik Spielerisch Lernen

20. June 2017 - 0:06

Politische Begriffe sind mehr als trockende Geschichte. Sie machen die Grundlage unseres Zusammenlebens aus. Foto: Foto: Bill Lile/Flickr

Politische Ideengeschichte – wohl kaum eine*r denkt dabei an Spiel und Spaß. Frederic Lenz hingegen ist überzeugt, dass Politik Lernen auch aktiv, abwechslungsreich und lebensnah sein kann. Er denkt sich Spiele aus, in denen Kinder und Jugendliche die Grundbegriffe des demokratischen Zusammenlebens übend erfahren können. In einem Gespräch mit Was bildet ihr uns ein? stellt er die Idee vor.

Wbiue: Politik und Spiele – klingt erst mal, als würde das schwer zusammengehen. Wie ist es dazu gekommen, dass du dir Politische Spiele ausgedacht hast?

Frederic: Drauf gebracht hat mich letztlich der Hinweis einer Freundin. Die längste Zeit war das ein Schreibtisch-Projekt, mehr Hirngespinst als Lernmöglichkeit. Das war nach meinem Studium in Soziologie und Politikwissenschaften, sowie einigen Erfahrungen in Erlebnispädagogik und politischer Bildung. Ich hatte den Plan gefasst, die Ideengeschichte in Spiele zu packen, oder genauer: in Skripte, Spielanleitungen. Von A wie arete bis Z wie zoon! Zum Glück meinte diese Freundin: Probiers doch erst mal aus. Seitdem probieren wir!

Was ist denn die Idee dahinter?

Kurz gesagt, im Geschichts- oder Politikunterricht drei Dinge miteinander zu verbinden: Fühlen, Wollen und Verstehen. Es ist nämlich eine Sache, über Amts- oder Rollenträger*innen zu sprechen; in ihrer Haut stecken ist eine andere. Nur, wenn man das mal erlebt und gemacht hat, kann man auch fruchtbar darüber nachdenken. Machen und erleben alleine reicht aber nicht: Das muss auch in Begriffen und Geschichten nachvollzogen werden. Und da hat die Ideengeschichte viel zu bieten!

Kannst du ein Beispiel geben?

Nimm zum Beispiel die Idee vom Gesellschaftsvertrag, eine der Grundlagen moderner Demokratien. Da geht es im Grunde darum, dass Vereinzelte sich zusammentun, indem sie eine gemeinsame Regierung einsetzen, um unter ihr ein bequemeres Leben zu führen. Als Einstieg ins Thema lasse ich die Kinder sich die Augen verbinden und dann mit ausgestreckten Armen im Raum herumgehen, ohne dass sie mit etwas in Kontakt bleiben dürfen. Nach zwei Minuten gebe ich das Kommando, dass sie, wenn sie zufällig aneinander stoßen, sich bei der Hand nehmen sollen, solange, bis jeder „eingesammelt“ ist und sie im Kreis stehen. Dann erst dürfen sie die Binden abnehmen. – Solche Spielchen, und der Gesellschaftsvertrag, die sind im Prinzip nichts neues. Die Spielanleitungen von der Ideengeschichte her zu denken, und das Spielgeschehen durch sie zu beleuchten, das glaube ich schon.

Frederic Lenz lebt und arbeitet in Berlin. Außerdem macht er seinen Master an der Humboldt-Universität und forscht über Wege, wie Forschung und Lehre an der Hochschule mit den Fähigkeiten und Bedürfnissen einer diversen Studierenschaft verzahnt werden können. 

Was erhoffst du dir davon?

Ideal wäre natürlich, wenn die Kinder bewusster und interessierter für das würden, was um sie herum geschieht. Unser Alltag ist voll von allerlei Beziehungen, seien das nun freundschaftliche, familiäre und religiöse oder rechtliche, pädagogische und wirtschaftliche. Und sie alle sind auch politisch relevant und im Verlauf der Geschichte in ihrem Verhältnis zum Politischen diskutiert worden. Ich glaube, Politische Spiele können dabei helfen, solche Konstellationen erkennen zu lernen und damit verbundene Widersprüche zu ertragen – und mit ihnen vielleicht auch konstruktiver und selbstbestimmter umzugehen.

Gibt es schon Ideen, wie es weiter geht?

Momentan arbeite ich mit einer engagierten Lehrerin in Berlin-Tiergarten zusammen, in einer Grundschule in meiner Nachbarschaft, ganz informell. Wir überlegen uns Lerneinheiten für ihre 6. Klasse, momentan zu den alten Griechen. Das ist eine wirklich lehrreiche Arbeit! Zum Beispiel habe ich gemerkt, dass viele Spiele aus der klassischen Erlebnispädagogik eine bestimmte Einstellung und Bereitschaft voraussetzen, die gar nicht selbstverständlich ist. Wie viel Nähe oder Distanz zum Beispiel als angenehm empfunden wird, das kann sich je nach Alter, Geschlecht und/oder Herkunft schon sehr unterscheiden. Als nächstes möchte ich daher ausprobieren, wie man mithilfe von Spielen auch Aspekte interkulturellen Lernens in den Geschichts- oder Politikunterricht integrieren kann. Und natürlich bin ich gespannt, auch politische Bildner*innen von außerhalb der Schule kennen zu lernen. Vielleicht fühlt eine oder einer, die das hier lesen, sich ja angesprochen!

  • Wollt ihr mehr über das Konzept erfahren oder euch mit Frederic austauschen? Gerne könnt ihr uns dafür unter blog@wasbildetihrunsein.de schreiben und wir leiten die Nachricht weiter.

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Systemkritik zwischen den Kinosesseln

12. June 2017 - 22:38

Das Lehrer_innendasein ist nicht einfach. Das macht auch der Film „Zwischen des Stühlen“ deutlich. Foto: Weltkino Filmverleih

Angehende Lehrer_innen haben es nicht immer leicht. Seit dem 18. Mai läuft der preisgekrönte Dokumentarfilm „Zwischen den Stühlen“ im Kino, er begleitet drei angehende Lehrer_innen durch das Referendariat. Das hat Hand, Fuß und Witz. Unser Autor Michael Feindler hat sich den Film angesehen und ist dabei zwangsläufig auf die Systemfrage gestoßen.

Ralf hat es geschafft. Die letzte Examensprüfung ist bestanden, das Referendariat damit erfolgreich abgeschlossen. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, an dem Ralf die praktische Ausbildung absolviert hat, lässt aber keinen vorschnellen Jubel aufkommen. Beinahe väterlich, mit einem wissenden Schmunzeln auf den Lippen, gibt er einen kurzen Ausblick auf die kommenden Jahre. So prophezeit er dem aufmerksamen Ralf, dieser werde sicher bald Klassenlehrer. Und zwar bei der Klasse, die sonst niemand haben wolle. Ralf werde dann viele Exkursionen machen, sich arbeitstechnisch übernehmen. Dadurch stehe ihm aller Voraussicht nach in wenigen Monaten eine ernst zu nehmende Ehekrise ins Haus – die er aber bestimmt meistern werde. Und: „Nach zwei bis drei Jahren – denn sehr viel länger werden Sie diese Überlast nicht durchhalten – kommt dann die Überlegung: Werde ich nun zum Berufszyniker? Oder aber: Finde ich noch einen Weg für mich, meine Ansprüche und meine Möglichkeiten gut auszutarieren? Und das wird nach dem Referendariat noch mal eine sehr spannende Zeit.“

Die Szene ist eine der letzten in der Dokumentation „Zwischen den Stühlen“, dem Langfilm-Debüt von Regisseur Jakob Schmidt. Der Kurzvortrag des Co-Rektors ist darin einer von vielen Hinweisen, dass es hier um weitaus mehr geht, als bloß die Referendariatszeit einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Spätestens beim Abspann dürfte allen Zuschauer_innen klar sein: Weder enden die Probleme mit der Lehrer_innenausbildung, noch beginnen sie damit. Denn „Zwischen den Stühlen“ stellt nicht weniger als unser Bildungssystem infrage. Das macht der Film jedoch so dezent, dass einigen Zuschauer_innen die Fundamentalkritik womöglich entgehen wird.

Das Publikum beobachtet drei unterschiedliche Persönlichkeiten im Referendariat

Unabhängig davon, welche Schlüsse Teile des Publikums aus der Dokumentation ziehen oder eben nicht ziehen werden, steht bereits jetzt fest, dass Jakob Schmidt mit „Zwischen den Stühlen“ ein inhaltlich und dramaturgisch starker Film gelungen ist. Fünf Berliner Referendar_innen hat Schmidt über die zweijährige Ausbildungszeit mit der Kamera begleitet, drei davon sind nun als Protagonist_innen in „Zwischen den Stühlen“ zu sehen: Katja übt sich an einer Gesamtschule, Anna an einer Grundschule und Ralf an einem Gymnasium. Hundert Minuten lang folgen die Zuschauer_innen den drei sehr unterschiedlichen Charakteren in Klassenräume, an den heimischen Schreibtisch und zu Ausbildungsseminaren. Sie erleben dabei aus Referendar_innensicht den fordernden Schulalltag. Dank Situationskomik und origineller Bildschnitte wirkt das aufs Publikum jedoch nicht zermürbend, so mitgenommen die Protagonist_innen auch zwischenzeitlich wirken. Zudem blicken Schmidt und sein Filmteam stets interessiert und mitfühlend auf ihre Figuren, sodass das Publikum geneigt ist, immer wieder mit ihnen zu lachen – und nicht über sie.

So ist es kaum verwunderlich, dass der Film bislang auf viel positive Kritik gestoßen ist. Beim Filmfestival DOK Leipzig im Herbst 2016 konnte „Zwischen den Stühlen“ gleich vier Preise abräumen, von der Deutschen Film- und Medienbewertung gab es das Prädikat „besonders wertvoll“ und die Zeitungsrezensent_innen sind voll des Lobes. Doch so freundlich die Kritik in den meisten Medien auch ausfällt (beispielhaft sind hierfür die Süddeutsche Zeitung und der Tagespiegel) – nur wenige Kritiker_innen stoßen bis zum Kern der Probleme vor, auf die der Film aufmerksam macht. Stattdessen wird in aller Ausführlichkeit die Außenwirkung der Protagonist_innen beschrieben und bewertet (u. a. in der Welt am Sonntag und der HAZ). Gerade die Bewertung des Lehrverhaltens der Referendar_innen zeigt, wie anfällig diese Dokumentation dafür ist, als kritisch-unterhaltsamer Lehramtsfilm missverstanden zu werden. Dabei weist der Verleih Weltkino, der den Film vertreibt, in der offiziellen Ankündigung bereits selbst darauf hin, dass „Zwischen den Stühlen“ Ansatzpunkte für eine grundsätzliche Systemkritik bietet: Der Film werfe „nicht zuletzt die Frage auf, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen“.

Der Film fragt, in welcher Gesellschaft wir leben wollen

Denn er ist eben nur vordergründig eine Dokumentation über das Referendariat – weshalb auch die taz-Kritik, die sich auf die Praxisferne der Lehrer_innenausbildung konzentriert, am Ziel vorbeischießt. Der Film macht sich nur die Ausnahmesituation der künftigen Lehrer_innen – nämlich ihre Rolle, Lernende und Lehrende zugleich zu sein – zunutze, um darüber möglichst viele Teilbereiche des Schulsystems in den Blick zu nehmen. Auf diese Art erfasst er eine erstaunliche Bandbreite an Personengruppen, die sich vom Komplex Schule unter Druck gesetzt fühlen: an erster Stelle natürlich die Referendar_innen, aber genauso erlebt das Publikum gestandene Lehrkräfte, Schüler_innen und Eltern bei ihrem täglichen Kampf mit dem Bildungssystem.

Wie groß der Druck in diesem System ist, hat der Regisseur wiederholt während des Drehs mitbekommen. Im Interview sagt er dazu: „Insgesamt war ich überrascht, dass fast alle Vorbehalte dem Projekt gegenüber von denen kamen, die eigentlich am längeren Hebel saßen: So gab es gleich mehrere Seminarleiter, die nicht wollten, dass wir in ihren Seminaren und Unterrichtsbesuchen mit der Kamera dabei waren. Nicht aber, um unsere Protagonisten zu schützen, sondern aus einer großen eigenen Unsicherheit heraus. Sie machten sich Sorgen darum, zu stark von offiziellen Richtlinien für die Lehrerausbildung abzuweichen, Fehler zu machen, nicht den Erwartungen der Vorgesetzten zu entsprechen und sich damit Karrierechancen zu verbauen.“

Diese Aussage ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Druck, den das Bildungssystem auf seine Akteur_innen ausübt, nicht auf bestimmte Personengruppen innerhalb dieses Systems beschränkt bleibt. Alle darin Agierenden sind Handelnde und Ausgelieferte zugleich, aber jede_r von ihnen hat eine andere Strategie, um sich damit zu arrangieren. In „Zwischen den Stühlen“ erlebt das Publikum immer wieder Schulkritiker_innen, die selbst Teil des Systems sind, sich jedoch nicht imstande sehen, das System grundlegend zu verändern. Besonders eindringlich sind in diesem Zusammenhang die Worte eines Direktors, der einräumt, die derzeitige Form von Schule in Deutschland sei allein auf die Ausbildung eines Mittelmaßes ausgerichtet und könne eine Förderung von besonders leistungsstarken und -schwachen Schüler_innen gar nicht leisten.

Erstaunlicherweise aber macht die Feststellung, dass scharfe Kritiker_innen innerhalb des Systems zu finden sind, dem Regisseur Jakob Schmidt Hoffnung, wie er selbst betont. Seine Begründung: „Während der Dreharbeiten sind wir tatsächlich auf niemanden gestoßen, der gesagt hat: ‚Das System ist gut so wie es ist.‘ Niemand! Egal ob Schulleiter, Ausbilder oder Eltern. Alle sind sich einig, dass Schule sich verändern muss. ‚Wie?‘ ist die große Frage.“

Niemand sieht sich in der Lage, das Bildungssystem zu verändern

Die noch größere Frage, die diesen Film überschattet, lautet jedoch: Was soll da bitteschön Hoffnung machen, wenn allen Beteiligten die Misere bewusst ist, sich aber niemand in der Lage fühlt, diesen Zustand zu beenden? Etwa die Erkenntnis, dass Menschen immer wieder versuchen, ein schlechtes System nicht ganz so schlecht zu gestalten? Dass es Lehrer_innen gibt, die sich wirklich um ihre Schüler_innen bemühen, trotz der kontraproduktiven Rahmenbedingungen? Das ist schön und gut, aber das lässt sich kaum als Hoffnung bezeichnen – höchstens als Zweckoptimismus, dessen Ausgangspunkt die Akzeptanz des bestehenden Schulsystems ist. Denn bei aller Kritik, die die Protagonist_innen in „Zwischen den Stühlen“ an diesem System äußern, wird deutlich: Solange sie systemkonform geäußert wird, verpufft ihre Wirkung. Entlarvend sind in diesem Zusammenhang auch die Filmszenen, in denen Ralf mit seinen Schüler_innen den Roman „Unterm Rad“ von Hermann Hesse im Unterricht bespricht. Von außen betrachtet wirkt es geradezu absurd, dass ein Buch, das mit Kritik am schulischen Leistungsdruck durchzogen ist, nun dazu genutzt wird, diesen Druck weiterhin auf Schüler_innen auszuüben. Aber es wirkt eben nur von außen betrachtet absurd. Innerhalb des Systems funktioniert es.

Daraus erschließt sich die größte Gefahr der Filmrezeption: „Zwischen den Stühlen“ funktioniert auch für solche Zuschauer_innen, deren Kritik am Bildungssystem sich in den Grenzen des Bestehenden bewegt. Denn dadurch, dass ein Großteil des Publikums Teil des schulischen Systems war oder ist, fällt ihm eine Außenansicht tendenziell schwer – obwohl der Film eine solche immer wieder anbietet. Allein schon durch die Darstellung eines Systems, das ausnahmslos alle darin Agierenden unter Druck setzt, sollte sich bei den Zuschauer_innen die Frage aufdrängen, inwiefern das System selbst das Problem ist. Die Antwort darauf kann nur radikal ausfallen.

Dass dem Film ein so eine starke politische Wirkung nicht zugetraut wird, zeigt jedoch schon die Tatsache, dass der Dreh vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wurde. Somit bleibt zu befürchten, dass „Zwischen den Stühlen“ zwar ein gut gemeinter Versuch ist, einen konstruktiven Beitrag zur Bildungsdebatte zu leisten, dass sich die Fundamentalkritik aber in Systemkonformität auflösen wird. Ein erstes klares Anzeichen dafür sind die Unterrichtsmaterialien zum Film, die im Netz zu finden sind: Eine Fragestellung, die das derzeitige Schulsystem grundlegend auf den Prüfstand stellt, sucht man darin vergebens. Stattdessen kann man davon ausgehen, dass es bald einige Schüler_innen geben wird, denen „Zwischen den Stühlen“ nicht wegen seines Inhalts Kopfzerbrechen bereitet, sondern wegen der benoteten Aufgaben, die ihnen ihre Lehrer_innen dazu stellen werden.

Schade. Denn das hat dieser Film nicht verdient.

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Internationale Bildung kann man studieren

8. June 2017 - 0:22

Die Studierenden des INEMA-Studienganges an der PH-Ludwigsburg. (c) PH Ludwigsburg

Bildungssysteme auf der ganzen Welt sind sehr unterschiedlich. Auf Reflexion über das eigene Bildungssystem, eine Professionalisierung des Bildungsmanagements und interkulturellen Austausch setzt der Studiengang International Education Management (INEMA) an der PH Ludwigsburg und der ägyptischen Helwan Universität.

Auf der ganzen Welt sind Bildungssektoren oft von einer gewissen Starrheit geprägt. Gemeinsam Bewegung in die Bildungslandschaften zu bringen und am Unterschied zu lernen, ist das erklärte Ziel von INEMA. INEMA steht für International Education Management und ist ein englischsprachiger, internationaler Masterstudiengang der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, welcher in Partnerschaft mit der Helwan Universität in Kairo angeboten wird.

Er richtet sich an Bildungs- und Reformmanager_innen, die in ihren Ländern Verantwortung für Lernprozesse in Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, Ministerien, Handelskammern oder privatwirtschaftlichen Unternehmen tragen oder tragen wollen sowie Menschen, die in der Entwicklungszusammenarbeit den Aufbau von Bildungssystemen unterstützen (wollen). Das berufsbegleitende Arrangement als Blended-Learning-Studiengang erlaubt es den Studierenden weiterhin ihrer Beschäftigung nachzugehen und somit Erlerntes unmittelbar in ihren Aufgabenbereich einzubringen.

Die Teilnehmenden kommen aus 15 Ländern

Die Teilnehmenden aus derzeit 15 Nationen nehmen an diversen Online- und sechs Präsenzphasen teil, welche abwechselnd in Ludwigsburg und in Kairo angeboten werden. Während der Präsenzphasen steht der interkulturelle Austausch im Vordergrund. Planspiele wie das von selbstentwickelte Planspiel „Prozessoptimierung in Bildungseinrichtungen am Beispiel des Anmeldeprozesses zu einem Bildungskongress“, Rollenspiele, professionelles Coaching, Gruppendiskussionen, Besichtigungen von Bildungseinrichtungen und Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit wie der SEKEM Initiative, des GIZ, der VHS Stuttgart oder der Abteilung für Führungskräfteentwicklung der Daimler AG bieten zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch.

 Marvin Roller (geb. 1988) studierte Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, entwickelte im Laufe des Studiums und der damit verbundenen Tätigkeiten seinen Schwerpunkt im Bereich eLearning und Blended-Learning in interkulturellen Kontexten und ist 2016 selbst als akademischer Mitarbeiter des INEMA Projekts an der PH Ludwigsburg. 

Zwischen den Präsenzphasen erarbeiten die Teilnehmer_innen sich im Selbststudium, in Lerntandems und Gruppenarbeiten wichtige theoretische Grundlagen und praktische Kompetenzen. Durch die berufsbegleitende Struktur des Studiengangs können diese von den Studierenden danach auch direkt ihren Arbeitsplätzen z.B. in Schulen, beim DAAD in Bonn, im Ministerium in Palästina, in der NGO in Ägypten oder am Teacher Training College in Indonesien erprobt werden.

Darüber hinaus arbeiten die Studierenden während des Studiums an eigenständigen Projekten in ihren Institutionen und Herkunftsländern. Zu den durchgeführten Projekten gehörten beispielsweise Weiterbildungen für Lehrkräfte in zahlreichen Ländern, die Erweiterung eines bestehenden Projekts zur Unterstützung für Mädchen und Frauen in Krisenregionen auf den Libanon, ein internationales Kolloquium für Deutschstudierende oder eine Jobmesse für Arbeitssuchende.

Nicht zuletzt setzen sich die Studierenden in ihren Masterarbeiten ebenfalls häufig mit internationalen Bildungs- und Entwicklungsthemen wie der Integration von Flüchtlingen, der Verbesserung von Bildungschancen für Frauen und dem Aufbau und der Verbesserung von beruflichen Bildungssystemen in verschiedenen Ländern auseinander.

Bildung weltweit voranbringen

Auch nach dem INEMA Studium setzen die Alumni ihr Bemühen, Bildung weltweit ein wenig voranzubringen, fort. So hat beispielsweise Yasmin Helal als CEO mit ihrer Educate Me Foundation bereits über 800 bedürftigen Kinder in Ägypten unterstützen können und Yasmin Youssef hat inzwischen ihr erstes Buch „Exploring K-12 Blended Learning Models to Reform Education in Egypt“ veröffentlicht und präsentierte letztes Jahr ihre Ergebnisse ihrer Arbeit auf der Innovation Arabia 9-SMART Learning Excellence Conference Dubai.

 

Der interkulturelle Austausch beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Studierenden, auch die Dozierenden aus Ludwigsburg und Helwan befinden sich in ständigem Austausch. Sie entwickeln und geben im Tandem gemeinsam und in gleichberechtigter Weise Lehrveranstaltungen und veranstalten interne Workshops, in denen Prinzipien partnerschaftlicher Lehr-Lernarrangements, Aktivierungsmethoden, Präsentations- und Visualisierungstechniken, Methoden der Vernetzung von Gruppen- und Plenararbeit etc. und ihre Anpassung für das multikulturelle, internationale Setting des Studiengangs im Vordergrund stehen.

Unterstützt wird der Studiengang unter anderem durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst sowie die Al Alfi Stiftung. Auch das BMZ hat den Studiengang unterstützt. Dadurch ist es möglich, eine begrenzte Anzahl an Stipendienplätzen für besonders vielversprechende Studierende zu vergeben. So wird dazu beigetragen, dass motivierte, talentierte Menschen unabhängig von ihren finanziellen Rahmenbedingungen studieren können.

Eine Einschreibung ist jährlich bis zum 31. Mai möglich. Weitere Informationen sind verfügbar unter http://www.inema.ph-ludwigsburg.de/ .

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Für die Teilnahme sind keine besonderen Schulabschlüsse oder Zertifikate erforderlich! 

Wichtig ist, daß Sie von Ihrem Thema begeistert sind und gerne lernen bzw. später als Lebensunternehmer-Coach Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse leidenschaftlich gerne an andere weitergeben.

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